Regen und Sonne im Wettrennen

Wir haben fest gehofft, dass sich das Wetter heute freundlicher zeigt als gestern. Vergebens, schon beim Aufstehen müssen wir die Bodenheizung einschalten, da die Temperatur über Nacht in die Tiefe sank. Wir beschliessen das Skimuseum in Lahti zu besuchen. Leider ist es wegen Umbau bis Ende Juni geschlossen, aber immerhin ist der Besuch des Schanzenturms möglich. Zumindest vorübergehend setzt sich die Sonne gut in Szene. Auf der kleinen und der mittleren Schanze wird heftig geübt. Wir reihen uns hinter den Skispringern ein und fahren mit dem Zweiersessellift nach oben, mit der Konsequenz dass wir mit feuchten Hosenboden oben ankommen, da die Sessel natürlich noch nass waren vom letzten Schauer. Oben auf dem Turm, erwartet uns eine phänomenale Aussicht über die ganze Lahti-Region und den Vesijärvi-See. Die Sonne und die Regenwolken liefern uns ein Schauspiel erster Klasse. Kaum jedoch sind die Fotos im Kasten, legt die nächste Regenfront los.
Die Konzerthalle Sibeliushalle steht als nächstes auf dem Programm. Der Besuch ist jedoch eher ernüchternd. Wir können lediglich in die Vorhalle und das Gebäude selbst: moderne Kunst aus Holz, also schön, wenn man es versteht. Oder… ein Klotz mit Holz, eingepackt mit Glas.
Bei einem Einkaufzentrum Fressi halten wir an, um unser tägliches Brot einzukaufen. Allerdings entpuppt sich der Fressi Supermarkt als Fitnesscenter vor dem Supermarkt. Irgendwie auch noch passend.

Inzwischen hat sich der Regen und die Sonne mindestens schon sechsmal ein Wettrennen mit Revanche geliefert. Der Gewinner steht noch aus. Also beschliessen wir eine Bootsfahrt von unserem Campingplatz aus zu starten. Messilä-Enonsaari-Lahti und zurück. Als wir von Bord müssen, ist der Regen wiedermal im Vorsprung, ein Grund mehr für einen fälligen Kaffeestop. Kaum ausgetrunken, lacht die Sonne wieder. Auf einer Möweninsel vor dem Hafen beobachten wir fasziniert Tausende von Lahti Möwen, eh Lachmöwen. Das Gekreische ist ohrenbetäubend. Wenig später schwimmt eine Weisswangen-Gänsefamilie, eine in Europa seltene, schützenswerte Art, dem Ufer entlang, begleitet von 2 Gänseguards (siehe Galerie-Foto).

Auf der Rückfahrt nach Messilä übernimmt der Regen wieder die Führung. Allerdings nur für kurze Zeit, so dass wir im Trockenen durch den wunderschönen Campingstrand zurück in den Wohnwagen gelangen. Am Abend beobachten wir eine Gruppe von gegen 30 Weisswangen-Gänsen, die gemütlich durch den Camping-Platz spazieren, wie es scheint ist die Gans hier gar nicht so selten. Bis jetzt ist der Ausgang des Wettrennens noch offen, aber wir hoffen, dass morgen die Sonne als Sieger daraus hervorgeht.

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